Dienstag, 20. April 2010

"die macht die macht die mich anmacht - die sagt "gut' nacht" wenn sie aufwacht"

- mit diesem visionären selbstzitat von 1977 (aus x-9200 von mipau) lässt sich gut beschreiben, was mir während der ersten psychose 1981 geschah:

musik und jede andere form von kommunikation kamen mir abhanden. letzter halt, den ich darin suchte, waren einige 4-spur-aufnahmen, die ich im spätsommer 81 im rondokeller machte.

dass dabei keine musik herauskam, ist klar, denn ich hatte zu meiner bestürzung bereits festgestellt, dass musik eine gewisse reserve an guter laune erfordert, über die ich damals nicht mehr verfügte (höre staune).

man hört ein cut-up dieser aufnahmen, denen die auflösung meines restlichen lebens auf dem fuss folgte:




Sonntag, 7. März 2010
Auch gut:





Mittwoch, 17. Februar 2010

foto johanna wallin


foto göran tällberg

...man nehme ehemalige, mittlerweile erfolgsgewöhnte jugendfreunde, mit denen es vor 30 jahren mal ganz toll war, und versuche sie fortan zu ignorieren. das mag im persönlichen umgang noch ganz gut funktionieren (...ich traf gabi zueletzt 1986 in einer berliner disco, wo er nicht mit mir sprach), - ist aber im kulturellen leben schier unmöglich.

deshalb dieses konzertpiece, das auf youtube längst mit bewegten bildern verfügbar ist, was aber meiner meinung nach nicht notwendig dabei hilft, die musik von daf und ihre heutige wirkung nach dem gefühl zu beurteilen, das sie erzeugt.

gabi kam im frühjahr 1978 am wochenende aus wuppertal in den ratinger hof und gebrauchte das wort "disco-schnulli" als verächtliche bezeichnung für david bowie.

das fällt mir jedesmal ein, wenn ich höre, dass dieser geborene volksredner und seine band (sein sklave robbi görl) wieder irgend eine bühne erklimmen, obwohl gabi es eigenen aussagen zufolge "ja gar nicht nötig" hat, seine musik zu verkaufen, weil er bei geldnot kokainhandel treibt.

wie dem auch sei, daf ist ein prinzip, das seine wirksamkeit genial entfaltet hat, aber öderweise niemals wieder darauf verzichten wollte, die erreichte liga, wo grosse erfindungen auch bezahlt werden (sprich: mainstream) zu verlassen, um neue grosse erfindungen zu machen.

auf der suche nach dem sinn von pop war das leider ein holzweg. nach 30 jahren returniert der disco-schnulli zurück an den sender.




Sonntag, 7. Februar 2010
Perfekt.

Flickr Photo von Wilson Neate, der auch ein hervorragendes Buch über Pink Flag geschrieben hat und von dem es demnächst wohl auch ein komplettes Buch über WIRE geben wird.


Photo von SCDistribution.

Ich muß jetzt weg, Zigarren und Plastikuhren kaufen.




Sonntag, 13. September 2009

möglicherweise erinnern sich leute, die seitdem wenig getan haben noch an die fabulous poodles von 1977, - mir waren sie jedenfalls nur dem namen nach bekannt, denn ich war damals zu beschäftigt mit musik, die direkt zur revolution führte, und konnte mich mit sowas nicht aufhalten.

ganz anders heute: bei einer exkursion im netz stiess ich auf ein nest von pub-rock, aus dem es stampft und hämmert, grölt und swingt, dass mott the hoople 1973 zeitgleich daneben wie aufgeblasene handelsvertreter aussehen. erstaunlich. – noch früher hatte es schon damit angefangen, dass jungen engländern amerikanische countrymusik besser und simpler gelang, als den originalen in übersee.

daraus entsprang kneipenmusik für trucker, biker und arbeitslose. der star-faktor wurde bierselig eliminiert, während der schweiss von der decke tropfte. das war bereits das günstige brut-klima für punk.

irgendwie liebe ich dieses stück. - eigentlich müssten heute noch viel mehr leute diese hymne mitsingen, als damals. wenn man mich genau fragt: man sollte es covern.