Samstag, 26. Juni 2010


vorgestern abend war es so weit: gegen 22 uhr gab das versehentlich eingeschaltete küchenradio plötzlich vertraute töne von sich: anlässlich des unsäglichen wm-getrötes in und um südafrika erklang die antwoord erstmalig in meinem beisein aus dem deutschen rundfunk!



ab jetzt sind die fliegen an der reihe, ihr urteil über den unterhaltungswert dieses produktes abzugeben, das sicher etwas länger als die wm frisch bleiben wird.



die antwoord ging hervor aus max normal.tv, deren frühere aktivitäten auch über das kommentarfach hörbar sind.





Freitag, 25. Juni 2010
mal was anderes: etwas revolutionär eintöniges aus den lysergsäurehaltigen 1960er jahren. der komponist war mit john cale befreundet und daher führt diese schnurgerade wurzel auch über die styrenes zu sister ray.





radiogeburten aus einer zeit, in der mich musik wenig scherte, gaben nicht den schlechtesten rahmen für jene zwei bands ab, die mich 1988 noch immer interessierten: wire, die sich auf dem melodiösen höhepunkt ihres schaffen's befanden (kidney bingos) und pere ubu, die sich nach sechsjähriger pause mit der avantgardistischen "tenement year" - lp wieder meldeten, - bevor sie im folgenden jahr mit "cloudland" (waiting for mary) gleichfalls ihren harmoniegipfel stürmten.
aus solch efeubewachsenen tagen sprudeln die töne dieses von erasure liebevoll und schmissig gecoverten evergreen's bis in unsere inzwischen durch walkman, mp3, fussballtröten und gps - verseuchten ohrwaschel und umschmeicheln dortselbst irgendwelche (sogar dem porösesten hirn bei gutem wetter innewohnenden) honigzellen.





Samstag, 19. Juni 2010
abwechslung muss einfach sein. auf der immmerwährenden suche nach solcher trifft man im gnogongo - blog auf eine mexikanische anregung, die mut zur extravaganten hosenmode macht und neugier auf jene sagenhaften guitarrons erzeugt,
die sich manchmal im hintergrund von joe strummer bewegten (walker, 1987).



der spannung halber ist der weg zur inspirationsquelle im kommentarfach verborgen.





Freitag, 18. Juni 2010


ein ebenso aufwendiges und unsympathisches wie hanebüchenes märchen. wer es mit dem mainstream treibt, landet in der designermüllbox.




Donnerstag, 17. Juni 2010


nur ganz wenige benützen eine telecaster zur nagelpflege.
lebenslänglich reduziert auf dieses minimum an hygiene gelingt johnson mit dem (ex-blockheads) bassisten norman watt roy unter zuhilfenahme von nicht mehr als 3 akkorden plus schlagzeug auf einem (im kommentarfach hinterlegten) album von 2005 immer noch höchst erstaunliches und ergötzliches.









Mittwoch, 16. Juni 2010


In der Zeit um 1976 war ich mit meinem Bruder George (später erster Bassist von „Freunde der Nacht“) in einer bunten Clique unterwegs. Mein Bruder spielte bereits seit etwa 1974 in verschiedenen Düsseldorfer Bands + ich begleitete ihn oft zu Proben + Auftritten. Es war natürlich äußerst aufregend für mich als kleiner Pimpf + über den jugoslawischen Schlagzeuger Vlado kam ich zum ersten Mal mit Trommeln in Berührung. Bis zu meinem ersten Drumkit war allerdings noch ein langer Weg + ich verwendete zunäxt mit Fensterleder bespannte Eimer + Blechdosen + was sich noch so anbot.

1976 war es dann endlich soweit. Ich hatte einen Ferienjob in einem Supermarkt (I still hate MUZAK!). Für 5,-DM die Stunde befüllte ich 11 Stunden am Tag die Regale + ohne das Ziel eines eigenen Schlagzeugs hätte es wahrscheinlich den ersten Supermarktamoklauf in der deutschen Geschichte gegeben. Dann kam wiederum mein Bruder George mit dem Angebot eines Freundes, ein klitzekleines Drumkit für nur noch 250,-DM zu verkaufen. Ich fackelte nicht lange + besaß alsbald ein lustiges (naja, geht so……) Schlagzeug mit verbeulten Becken, einer Piccole-Snare, einer konischen Bassdrum + einer Hardware, die wirklich hart war. Es konnte also losgehen! Meine ersten musikalischen Gehversuche erlebte ich mit meinem Bruder + ein paar Freunden mit dem holprigen Gecover von rockigen Welthits. Ich besuchte natürlich weiterhin die Proben meines Bruders mit seiner „richtigen“ Band + das natürlich nur wegen der Musik + nicht wegen der üblicherweise anwesenden Mädels. Alsbald konnte ich den „Grundschlag“, später auch als 4/4-Takt bekannt. Zu dieser Zeit hörte ich Glam-Rock, Status Quo, Iggy Pop + sehr viel David Bowie. Jetzt konnte ich also die Welt erobern………………..

Irgendwann um 1977 war Sigi, die langjährige Freundin meines Bruders George, mit der Schule in England. Sie brachte von dort zwei Platten in unsere Clique mit, die mich nachhaltig beeindrucken sollten: Das erste „Clash“-Album + „Never mind the Bollocks“ von den „Sex Pistols“. Was da aus den Lautsprechern quoll, sollte mein Leben nachhaltig beeinflussen……………….

Zu dieser Zeit kannte ich einen Typ namens Heiko. Er war ein smarter Bursche, totaler Roxy Music-, Brian Ferry- + Humphrey Bogart-Fan, und bekannt mit………………..Jürgen Engler, Bernward Malaka + Stefan Schwaab! Er hat mich später mal mit einer Knarre bedroht, weil er vermutet hat, dass ich was mit seiner Freundin hatte……….. Jedenfalls berichtete er, dass er bald in eine Punkband einsteigen werde, er müsse sich nur noch ein Schlagzeug kaufen. Ich erzählte ihm von meiner „tollen“ Schießbude. Dabei blieb es dann erstmal…………., bis nach ein paar Wochen unser Telefon klingelte + ein Typ am anderen Ende der Leitung meinte, er hätte meine Telefonnummer von Heiko. Ich hätte ja ein Schlagzeug + ob wir uns nicht mal treffen sollten. Ich lief zu dieser Zeit noch mit Plateaustiefeln + langen Haaren rum + lehnte ein Treffen im „Ratinger Hof“ erstmal ab. Ehrlich gesagt, wollte ich mich dort damals nicht blamieren. Also traf ich mich nachmittags mit den Buben in Begleitung meines damals besten Freundes Frank in der Düsseldorfer Altstadt in einer Freak-, Hippie-, Schüler- + Studentenkneipe namens „Zwiebel“. Ich passte da damals optisch ganz gut hinein, Jürgen, Stefan + Bernward eher nicht, bereicherten mit ihren Strubbelfrisuren, viel zu kurzen Plastikhosen + weißen Tshirts mit selbstaufgemaltem MALE-Symbol auf unaufdringliche Art die Szenerie.
Bald war die erste Probe.

Rock’n’Roll-Highschool

Wir vereinbarten also erste Probetermine. Und wo probte eine amtliche Punkrockband damals? Richtig! In einer Rock’n’Roll-Highschool! Jürgen, Stefan + Bernward waren, wie es sich für richtige Punks gehörte, aufm Gymnasium (Geschwister-Scholl-Gymnasium), ich -als echtes Arbeiterkind- auf einer Realschule. Die war wenigstens vorher eine reine Mädchen-Realschule. Ich gehörte zum ersten Jungen-Jahrgang. Was bedeutete: Wenig Jungens + gaaaaaaanz viele Mädels! Bis auf den Unterricht war es also eine schöne Schulzeit…………………

Zurück zu MALE: Die probten doch tatsächlich in einem Klassenzimmer! Die 25-Watt-Amps wurden nach der Probe immer in einem Wandschrank eingeschlossen. Das Schlagzeug musste jeweils im Schülervertretungsraum verstaut werden. Da ich (außer dem 4/4-Takt natürlich) noch nix konnte + keinerlei Banderfahrung hatte, lernte mich der erste MALE-Trommler Fridjof Aurin (was für ein Name!) auf den ersten Proben an. Was mir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: Der Klassenraum hatte eine komplette Fensterfront. Nix Doppelverglasung oder so! Dort entstand also der legendäre MALE-Schepper-Sound………….

Natürlich bekam ich zur Bedingung für meine Punkrockkarriere gestellt, dass ich meine Haare kurz + strubbelig zu schneiden habe. Was mein Friseur natürlich prompt erledigte…….

Kurz nach meinem Bandeintritt kam dann der sagenumwobene erste Presseartikel mit Foto-Shooting im Düsseldorfer Express.

Das war Rock’n’Roll! Wo platziert man denn eine richtige Punkrockband? Ist doch wohl klar, oder? Auf einem Schrottplatz! Diesen genialen Einfall des Reporters setzte die Band mit professionellem Gepose das Glanzlicht auf! Titel des Artikels: „Schüler proben Punkrock in der Pause!“ Dazu fällt mir auch nach 30 Jahren nun wirklich nichts mehr ein…………….

Claus Ritter, August 2008

to be continued…………..

male mit peter hein 2004: ex lion tamer, - zu sehen auf youtube (link im kommentarfach).




Dienstag, 15. Juni 2010
albert oehlen holt draussen nach drinnen, - für teuer. in geschmackvollem ambiente wirkt's bombig. - warum nicht auch hier??



und übrigens (featuring markus oehlen):